Missbrauch von Werbung für politische Zwecke

„Für eine besinnliche Weihnachtszeit – Sag’ Nein zur AFD“ – Man möchte meinen, Coca-Cola setzt ein politisches Statement mit dieser Botschaft auf einem Werbeplakat, aber dies ist nicht so. 

Alles begann mit dem Zusammenschluss von Aktivisten, welche sich in der Vereinigung „MODUS“ zusammengeschlossen haben, um einen „#AFDentskalender“ ins Leben zu rufen, wo Leute aufgefordert werden, sich politisch kreativ zu engagieren. Hinter jedem Türchen steht eine neue, kreative Idee zum Mitwirken. So wurde man bei Türchen 4 aufgefordert, Werbeslogans und -plakate für Marken zu entwerfen, die sich zur AFD positionieren sollten. Als Beispiel-Bild war hier ein Plakat von Coca-Cola zu sehen, mit dem oben genannten Werbeslogan.

Werbung mit großen Marken für politische Zwecke missbrauchen, ist das der richtige Weg, um zum Ziel zu kommen? Und wie steht die MIU24® zu diesem Thema?

Missbrauch von Werbung

Das Werbung für bestimmte Zwecke genutzt wird ist nichts Neues. Schließlich ist der Sinn von Werbung, dass sich ein Produkt schneller und effektiver verkauft und eine Marke mehr Bekanntheitsgrad erreicht. Werbung wird also für den Erfolg eines Produktes oder einer Marke missbraucht. Werbung für einen politischen Zweck kennt jeder, denn vor jeder Land- oder Bundestagswahl stellen sich unterschiedliche Politiker/-innen in einem guten Licht dar und legen weltverändernde Versprechungen offen. Allerdings ist der oben genannte Fall, welcher gerade durch die Medien geht, eher Seltenheit und sorgt für Diskussionsstoff, gerade weil große Markennamen mit im Spiel sind. Es handelt sich hierbei nicht mehr um klassische Werbung, sondern um eine Marketing-Guerilla-Aktion, welche für politische Zwecke missbraucht wird.

Große Namen gegen die AFD

Doch was ist eigentlich genau vorgefallen? Zum Anfang tauchte vor der Berliner AFD-Zentrale am Lützowplatz ein Plakat im Namen des Getränkeherstellers Coca-Cola, mit dem Slogan„Für eine besinnliche Weihnachtszeit- Sag’ Nein zur AFD’’ auf. Kurz darauf tauchte in Berlin ein weiteres Plakat auf, nur diesmal im Namen von Ferrero, einem weltbekannten Süßigkeitenhersteller. Auf diesem Werbeplakat war im Stil des Nutella-Designs der Slogan „Lieber braun auf’s Brot, als braun im Kopf!“ zu lesen und erhitzte sowie belustige die Gemüter. Hinter der letzten Aktion steht das digitale Aktivisten Network „Stay Behind Foundation“, welche sich klar gegen Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AFD aussprechen – nur leider im Namen von einer großen Marke.



Doch wer oder was ist die „Stay Behind Foundation“?

Die „Stay Behind Foundation“ (SBF) ist ein sich stetig wandelnder Zusammenschluss von und über Akteuren aus dem digitalen und speziell social-medialen Umfeld. Unter Ihnen sind KünstlerInnen, BloggerInnen, KolumnistInnen, RedakteurInnen, StudentInnen und viele mehr. Die SBF ist kein Club oder Organisation im eigentlichen Sinne, sondern die strukturelle Möglichkeit, sich übergreifend zu formieren, um gemeinsame Aktionen zu planen und umzusetzen. In diesem Netzwerk findet man Gleichgesinnte
und Unterstützung für einzelne Projekte, wo der Mensch als Einzelperson nicht die nötige Schlagkraft besitzt.

Die Reaktionen der Unternehmen

Die „missbrauchten“ Unternehmen reagierten relativ unterschiedlich auf diese Plakat-Aktionen.
Der Kommunikationschef von Coca-Cola äußerte sich verhalten mit den Worten: „Nicht jedes Fake muss falsch sein.“ Das Statement von Coca-Cola zeigt, dass das Unternehmen das Plakat als Fake bestätigt, sich von der Aussage des Plakates an sich, nicht distanziert. Der Nutella-Hersteller Ferrero hielt sich bis zum jetzigen Zeitpunkt mit einem Statement zurück. 

Wer anderen ein Plakat gestaltet, bekommt selber eins 

Das auf Aktionen immer Reaktionen kommen, beweist der Fall, dass ein angebliches Werbeplakat von Pepsi aufgetaucht ist, welches AFD-Anhänger per Photoshop bearbeitet haben. Der Slogan lautete „Für eine besinnliche Zeit – sag JA zur AFD!“. Auf ihrem offiziellen Twitter-Account kündigte Pepsi bereits an, rechtliche Schritte gegen die Täter einzuleiten.

Wie steht die MIU24® zum Missbrauch von Werbung für politische Zwecke?

„Werbung zu kompromittieren und für politische Zwecke zu nutzen, ist in keiner Art und Weise zu dulden. Dennoch finde ich die Intention, welche dahinter steht richtig und aus meiner persönlichen und politischen Einstellung, Chapeau“ – Jürgen La-Greca (Geschäftsführer MIU24®)

Der Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes besagt, dass wir unsere Meinung frei äußern dürfen. Ebenfalls leben wir in einer Demokratie und dürfen selbst entscheiden, welches politisches Standing wir haben.

„Die MIU24® steht für eine offene Gesellschaft, in der sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen sowie für eine freie Meinungsäußerung im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit. Werbung darf auch gerne provokativ sein, allerdings darf man den Bogen nicht überspannen. Provokative Werbung für politische Zwecke zu nutzen ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg, denn auf jede Aktion folgt eine Reaktion, die man nur schwer abschätzen kann“ – Sarah Brunswig 

(Mitarbeiterin MIU24®)

Toleranz, Respekt und ein positiver Umgang miteinander bestimmen die gesellschaftliche Vielfalt, dabei sollten Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in gleichem Maße anerkannt werden. Niemand sollte andere aufgrund unterschiedlicher Überzeugungen oder Ansichten denunzieren oder kompromittieren und das auch noch in einem anderen Namen. Wir sind überzeugt, dass #anderssein Raum und Platz schafft für kontinuierliche Entwicklung und Veränderung.